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Sally (in der Mitte)
Hallo Freunde, als mich Margrit Mittwoch vor einer Woche so nebenbei ansprach, ob ich nicht
einem in Not geratenen kleinen Spitz einen Pflegeplatz geben könnte, hab ich spontan ja gesagt. Am nächsten Tag hatte ich ihr Foto im E-Mail-Briefkasten und zeigte Sally meinem Mann. Klaus meinte gleich spontan:
„Und Du meinst, die geben wir dann wieder her?“ Ein paar Tage später erfuhr ich von Margrit, dass Sally in Bochum sei und mir kam - wieder mal spontan - die Idee, dass es doch irgendwie möglich sein müsse, die
Kleine mit nach Hamburg zu nehmen, wenn ich am 20.1.05 sowieso in der Nähe - in Köln - bin. Nachdem Béla mir angeboten hatte, Sally in Bochum abzuholen und mir nach Köln zu bringen, hat sich Margrit mächtig ins Zeug
gelegt, damit das denn auch klappt. Am Donnerstag bin ich also in aller Hergottsfrühe mit dem Zug nach Köln gefahren. Béla wollte Sally gegen 15.00 Uhr in Bochum bei Frau Bräucher abholen und ich rechnete mit
unserem Treffen in Köln so gegen 17.00 Uhr. Kurz nach Drei rief mich mein Sohnemann an, um mir mitzuteilen, dass er eine super-süße kleine Spitzdame an der Leine hätte und jetzt in Richtung Köln starte. Mein Job auf
der Messe lief reibungslos und ich war fertig, als das Telefon um 16.20 Uhr erneut klingelt und Béla vor der Messe wartete. Ja, und dann kam der „Riesen“-Béla mit der kleinen Sally auf mich zu und ich konnte nur
ausrufen: „Oh ist die süß“. Sally allerdings hatte überhaupt kein Interesse an mir. Na, gut! Also ab ins Auto, damit wir die Zeit bis zur Abfahrt meines Zuges im Trockenen bei einem Köllsch verbringen konnten. Béla
schlug das Interconti vor, weil die da besonders Hundefreundlich sind. Doch, oh Schreck, Sally hatte sich auf der Fahrt von Bochum schon so auf ihr „neues Herrchen“ eingestellt, dass sie für mich nur ein böses
Knurren und Krokodilähnliches Geschnappe übrig hatte, als ich ins Auto stieg! Also, habe ich die kleine erstmal ignoriert - was mir natürlich mehr als schwer fiel. Im Hotel, in der Lounge, packte ich dann meine
Bestechungs-Leckerlis aus und seither sind Sally und ich ein Herz und eine Seele. Der Fußweg durch die Innenstadt von Köln - mit Sally an der Leine - lief super und auch der Trubel am Kölner Hauptbahnhof machten
der kleinen Hunde-Dame überhaupt nichts aus. Wir also rein in den Zug, unseren Platz gesucht und Sally auf den Schoß genommen - der Anfang einer gut vier Stunden währenden Kuschelrunde! Nach ca. zwei Stunden war
Sallys Aufregung auch verschwunden und sie war - dicht an mich gekuschelt - endlich bereit, ein wenig zu schlafen. Während der ganzen Zugfahrt wurde ich andauernd auf diesen zauberhaften Hund angesprochen und
alle Leute, denen ich sagte, dass wir uns erst ein paar Stunden kennen würden, waren sprachlos, weil wir beide so harmonisch auf unsere Umwelt wirkten. Wie verabredet, stand Klaus um 23.20 Uhr in Hamburg am
Bahnhof, um uns abzuholen. Im Auto zeigte Sally auch Klaus die Krokodil-Nummer - Ihr glaubt gar nicht, wie ungeheuer gefährlich die Kleine aussehen kann! Zuhause kam dann das, was ich schon befürchtet hatte:
Sally steht kurz vor der Hitze und Bamsi bekam sofort Herzchen-Pupillen. Lola - wie erwartet - leicht hysterisch - aber das kennen wir ja schon von Besucher-Hunden! Als Kater Mozart nach Hause kam, stutzte er kurz
über die merkwürdige Vermehrung der Hunde und als Sally stürmisch auf ihn zulief, verabschiedete er sich erstmal wieder. Zum gemeinsamen Fressen war Mozart dann aber wieder da und machte sich neben Sally über
seine Schüssel Futter her. Bamsi, Sallys Superduft in der Nase, hatte überhaupt keinen Appetit und Lola braucht ja immer ein wenig Ruhe zum Futtern, so dass auch sie ihre Schüssel nicht anrührte. Sally leerte also
in Windeseile ihren Napf, schaute hoch, nahm sich Bamsi’s Napf vor, schaute erneut hoch, um sich umgehend auch über das Futter von Lola herzumachen! Und keine zehn Minuten später lagen vier erschöpfte Vierbeiner,
einträglich nebeneinander, unter unserem Wohnzimmertisch. Naja, Lola zog es vor, es sich unterm Sessel gemütlich zu machen! Gegen eins, ging’s dann ins Bett. Lola rollte sich in ihrem Körbchen neben unserem Bett
ein. Sally traute sich nicht ins Schlafzimmer und so blieb auch Bamsi bei ihr - ist halt der personifizierte Casanova! Irgendwann kam Bamsi dann doch zu uns ins Bett gesprungen und es war Ruhe im Haus. Am
nächsten Morgen erwartete uns ein See in meinem Arbeitszimmer - prima Sally, endlich ein Hund, der sich dafür die Fliesen und nicht den Teppich aussucht!!! Und als ich aus dem Schlafzimmer kam, wurde ich stürmisch
mit Nasenküssen begrüßt. Seither herrscht bei uns wieder Normalität. Ab und an ein Protest-Wau-Wau von Lola. Ein glücklicher Mozart, der nun endlich einen zweiten Hund hat, der sich nicht an seinen
Kuschelversuchen stört und ein zweiter Security für Mutti’s Rollstuhl, denn Sally unterstützt seither Bamsi dabei, Mutti vor dem Pflegedienst zu beschützen!!! Damit aber nun kein Unglück geschieht, mussten wir
natürlich zunächst einmal zum Tierarzt, für die Anti-Baby-Spritze. Was tun? Allein mit Sally fahren oder alle drei mitnehmen. Ich entschied mich für letzteres - ohne Probleme! Vom Tierarzt zurück, überlegte ich, ob
ich Sally anleinen müsse, vom Auto bis zur Haustür. Ich entschied mich dagegen und alle drei liefen wie selbstverständlich sofort zur Haustür. Am Nachmittag stand die erste große Runde an und ich überlegte
wieder, Leine ja oder nein! Da am Rahweg keine Gefahr droht, entschied ich mich wieder gegen die Leine. Was für ein Glück! Drei bezaubernde Spitzgesellen tobten und tollten über die Matschwiesen, dass es die reine
Freude war und kein Mensch auf die Idee gekommen wäre, dass Sally gerade einmal seit 24 Stunden bei uns war. Während ich jetzt an meinem Schreibtisch sitze und schreibe, liegt Sally vor meinen Füßen, links liegt
Bamsi und rechts die Lola. Und ich, ich bin total happy! Und wenn Margrit meint, mir für die Adoption von Sally danken zu müssen, kann ich nur sagen: Ich danke der Tiernothilfe für die bezaubernde, süße Sally, die
so unglaublich schnell ein Teil des Thumser-Rudels geworden ist. Mit hundefreundlichen Grüßen Jule
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